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Presse


Aus der Stadtgeschichte                                                                                                                           25.09.2020/Ri

Radeln in Bad Dürkheim vor 120 Jahren

von Reinhold Höhn im September 2020

Bad Dürkheim hat beim diesjährigen dreiwöchigen Stadtradeln im August/September den Wanderpokal im Landkreis Bad Dürkheim gewonnen und der Landkreis belegt beim Radeln den 1. Platz in Rheinland-Pfalz.

Aber Radeln ist in Bad Dürkheim viel älter. Bereits im Jahr 1898 wurde in Dürkheim ein Radfahrverein gegründet (1978 wurde dieser wiederbelebt). Das Radeln hatte zugenommen, nachdem 1867 die Pedale als Antrieb erfunden worden waren. Auch zum Wurstmarkt ist man dann mit dem Fahrrad gefahren, wie die folgenden drei farbigen Wurstmarkt-Ansichtskarten (Lithographien) von 1900 bis 1904 zeigen:

Wurstmarktkarte aus dem Jahr 1900, gemalt von dem Dürkheimer Künstler Valentin Dirion (1867 – 1954). Die von der Post am 02.10.1900 in Dürkheim (erst ab 1905 lautete der Poststempel „Bad“ Dürkheim) gestempelte Karte wurde an einen Empfänger in Aschaffenburg gesandt. Auf der Karte sind ein Mann und eine Frau beim Radfahren zu sehen. Es gab damals bereits Damen- und Herrenfahrräder, wie zu sehen ist.


Wurstmarktkarte, von der Post gestempelt am 29.09.1902, an einen Empfänger in Braunschweig gesandt.


Wurstmarktkarte, von der Post gestempelt am 05.10.1904  an das Fräulein Bender in Kallstadt gerichtet. Die Karte ist von Charles Jobmann (geb. 1857 in Hamburg) gemalt. Kunstmaler Jobmann kam 1876 nach Dürkheim und war von 1882 bis zu seinem Tod 1920 -fast vierzig Jahre lang- Kunsterzieher und Zeichenlehrer an den beiden höheren Schulen in Dürkheim.

Drei auf den Ansichtskarten abgebildete Fahrräder hatten bereits für die Dunkelheit Karbidlampen und zum Teil auch Klingeln.

Alle drei Wurstmarktkarten wurden von der Dürkheimer Kunstanstalt Jakob Rheinberger hergestellt, die 1848 als Lithographieanstalt gegründet worden war.

Die Wurstmarktkarten haben Poststempel vom 29.09., 02.10. und 05.10, da damals der Wurstmarkt um den Michaelstag (29.09.) am letzten Sonntag im September und am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wurde. Erst ab 1910 (offiziell ab 1912) wurde der Wurstmarkt auf das zweite und dritte Wochenende im September vorverlegt. Die einzubringende Weinlese und die bessere Witterung Anfang bzw. Mitte September waren dafür ausschlaggebend.

Obwohl zwei der drei abgebildeten Wurstmarktkarten in entfernte Orte (Aschaffenburg/Braunschweig) versandt wurden, sind sie als Sammlerobjekte wieder nach Bad Dürkheim zurückgekehrt.

In den letzten Jahren sind auch immer mehr Besucher mit dem Fahrrad zum Wurstmarkt gekommen. Dies konnte man an den zahlreichen hinter dem Gradierbau an den Metallzaun der Parkklinik angeketteten Fahrrädern feststellen. Hoffen wir, dass man 2021 –nach Überwindung der Corona-Pandemie- wieder mit dem Fahrrad zum hoffentlich stattfindenden Wurstmarkt fahren kann.

 

Literaturverzeichnis:

 

Buch „50 Jahre und noch mehr Dürkheimer Wurstmarkt“ von Kurt Lukas, Jahr 1999.
Broschüre „Dürkheimer Maler“ von Dr. Walter Klein, herausgegeben von der Kreissparkasse Bad Dürkheim 1975.
Buch „Bad Dürkheimer Stadtgeschichten“ von Matthias Nathal, Jahr 2000.

 

 

DIE RHEINPFALZ

Samstag, 18. Mai 2019 

Bad Dürkheim Land

Vom Taufbecken zum Brunnen

Taufbecken mit neuer Aufgabe: Das frühere Taufbecken der 2013 profanierten Hardenburger Kirche ist auf Initiative des Heimatvereins Hardenburg an der Straßenecke Seilerbahn/Schlossberg in neugestalteter Form als Schlossbergbrunnen der Öffentlichkeit übergeben worden. Der Brunnen soll die Ecke beleben. |rhp





DIE RHEINPFALZ
 
Dienstag, 07. Mai 2019 Drucken

Bad Dürkheim Land

Aus altem Taufstein sprudelt’s

Bad Dürkheim: Schlossbergbrunnen in Hardenburg wird eingeweiht

Von Andrea Zimmermann

Noch verhüllt wie von Christo: der künftige Schlossbergbrunnen. ( Foto: ANZI) 
Noch verhüllt wie von Christo: der künftige Schlossbergbrunnen.
 







Das frühere Taufbecken der 2013 profanierten Hardenburger Kirche St. Elisabeth wird am Freitag, 17. Mai, um 16 Uhr seiner neuen Bestimmung übergeben. Künftig soll der Taufstein auf Initiative des Heimatvereins Hardenburg die Straßenecke Seilerbahn/Schlossberg in neugestalteter Form als Schlossbergbrunnen verschönern. Die Öffentlichkeit ist zur Einweihungsfeier mit Umtrunk eingeladen.

Wertschätzung für Handwerkskunst und ortsansässige Tradition gehört zum Grundverständnis des Heimatvereins. Der hatte bereits bei der Profanierung der Kirche St. Elisabeth 2013 Kontakt mit der katholischen Kirchenverwaltung aufgenommen. Das Gebäude, 1965 erbaut, wurde wegen zu hoher Renovierungskosten und rückläufiger Zahl der Gemeindemitglieder damals aufgegeben. Die bischöfliche Profanierung am 26. Mai 2013 bekundete die „Entweihung“ als Gotteshaus und beendete somit dessen kirchliche Nutzung.

Der Heimatverein engagierte sich zunächst für den Altar aus rotem Sandstein im früheren Gotteshaus, das zum Verkauf angeboten worden war. „Da die Steinmetzarbeiten in der katholischen Kirche von Hardenburger Steinmetzen in ehrenamtlicher Arbeit ausgeführt wurden, war es für den Heimatverein selbstverständlich, sich um den Erhalt und die weitere Verwendung der steinernen Arbeiten im öffentlichen Raum zu bemühen“, betont der Erste Vorsitzende Manfred Rings. 2016 wurde der Altar im Ensemble mit einer Sitzgruppe aus Holz oberhalb der Kirche in der Straße Seilerbahn aufgestellt. Eine Infotafel soll die Sitzgruppe bald ergänzen und auf die Handwerkstradition der Seilhersteller im Ortsteil, nach der die Straße benannt ist, hinweisen.

Gleichzeitig mit dem Altar wurde auch das Taufbecken in ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen aus der früheren Kirche, die derzeit vom Käufer Kai Zaun in Wohn- und Nutzraum umgestaltet wird, abtransportiert. „Das Taufbecken haben wir nach einem Entwurf von Claudia Held-Bez durch Steinmetz Wolfgang Forster umgestalten lassen“, so Rings. Der Stein werde als Brunnen mit steinernen Vögeln verziert. „Die Straßenecke soll durch die Neugestaltung belebt werden, eine schöne Beleuchtung ist ebenso vorgesehen“, erklärt Rings. Gespeist werde der Brunnen durch das kühle Nass aus dem Bach, verbunden mit einen schon in früheren Zeiten genutzten Wasserschacht.



Pressemitteilung : Jahreshauptversammlung vom 23.03.2019

 Mit fast 200 Mitgliedern ist die Vereinsgröße des Heimatvereins Hardenburg e.V. nicht nur beachtlich, sondern auch erstaunlich stabil. Gleichwohl gab der 1. Vorsitzende Rings in seinem Bericht zur Mitgliederversammlung zu bedenken, die Zahl der aktiven Mitglieder dürfe gerne noch wachsen. Rings erinnerte daran, welchen Anteil der Heimatverein an der dörflichen Gemeinschaft Hardenburgs hat. Das Fastnachtsfeuer, der Stabausumzug, und nicht zuletzt die Kerwe Hardenburg gehören so untrennbar zum Dürkheimer Ortsteil wie der Heimatverein auch. Auch außerhalb des Ortsteils ist der Verein aktiv, so zuletzt 2018 beim Dürkheimer Advent.

Auf die Beweidung des Bergsporns unter der Hardenburg kam Rings mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sprechen: im abgelaufenen Vereinsjahr habe man einerseits 10 Jahre Beweidung durch den Heimatverein feiern können, andererseits auf 30 Jahre kontinuierliche Pflege zurückblicken dürfen. Der Starkregen vom 07.06.2018 stelle andererseits eine Zäsur dar (die Rheinpfalz berichtete). Laut einem Gespräch mit dem Liegenschaftsleiter von Burgen, Schlösser Altertümer, sei aufgrund geologischer Untersuchungen derzeit der gesamte Hang, sowohl die Nord- als auch die Südseite oberflächlich nicht standsicher. Weitere Sicherungsmaßnahmen müssten daher zunächst geplant und umgesetzt werden. 30 Jahre ehrenamtliches Engagement bei der Freihaltung des Bergsporns gingen damit zu Ende.
Nach über 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in leitender Funktion für den Heimatverein wurde der Ehrenvorsitzende Reinhold Höhn bereits im Rahmen der Stadtratssitzung am 11.12.2018 die Ehrennadel der Stadt Bad Dürkheim in Gold überreicht.
Nach dem überzeugenden Rechenschaftsbericht und der gewohnt zuverlässigen Berichterstattung der Vereinskasse wurde der Vorstand einmütig entlastet. Mit fast 50 Mitgliedern war die Jahreshauptversammlung zudem sehr gut besucht.


Bad Dürkheim, den 26.03.2019

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Stephan Solomon
Pressewart